Seien wir einmal ehrlich. Wir Frauen sind häufig von Selbstzweifeln geplagt. Gerade wenn es um unseren Körper geht, fühlen wir uns oftmals unsicher und vergleichen uns mit einem imaginären Schönheitsideal. Auch das Vulva Shaming gehört in all seinen Ausprägungen in genau diese Kategorie.

„Sind meine Schamlippen zu groß?“ „Sind meine Schamlippen zu klein?“ „Ist meine Periode eklig?“ „Sieht meine Vagina hässlich aus?“ All das sind typische Fragen, die Scham und Unsicherheit widerspiegeln. Grund genug, dass wir dem Phänomen Vulva Shaming einmal auf den Grund gehen.

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Was steckt hinter dem Vulva Shaming?

Vereinfacht gesagt steckt hinter dem Vulva Shaming eine spezielle Form des Body Shamings, bei der wir Scham und manchmal sogar Abscheu gegen bestimmte Körperregionen haben. In diesem Fall dreht es sich eben um die Vulva. Gerade in der männlichen Gedankenwelt ist ein solches Phänomen weniger verbreitet und eher schwer nachzuvollziehen. Natürlich herrscht unter Männern eine gewisse Scham vor einem „kleinen Penis“ aber trotzdem ist das männliche Geschlechtsteil sowohl intern als auch in der Öffentlichkeit eher mit positiven Attributen versehen.

Bei der Vagina sieht das völlig anders aus. Und das liegt unter anderem an den abwertenden Kommentaren und geflügelten Wörtern, die sich mit der Zeit herausgebildet haben. Wie etwa steht es um beleidigende Kommentare über eine nach einer Geburt gedehnte Vagina? Oder was ist mit abwertenden Bezeichnungen wie „Truthahn“, wenn die kleinen Schamlippen über die großen Schamlippen hinausreichen?

Wording trägt zu Vulva Shaming bei
Gleichzeitig ist auch die Vagina selbst in unserer täglichen Sprache negativ konnotiert. Dazu müssen wir nur einen Vergleich zum männlichen Phallus oder den Hoden anstellen. Beinamen wie Latte, Schwanz, Eier, Kronjuwelen, Lanze und Co. verströmen Kraft und sind eher positiv besetzt. Und wie sieht es bei unserer Vagina aus? Hier Bedarf es nicht einmal dem fiesen „F-Wort“, um zu erkennen, dass die Vagina eher negativ besetzt ist.

Oder wie wären Beinamen wie Möse, Loch, Schlitz, Ritze, Fischladen und Co. sonst zu erklären? So gesehen trägt die Wortwahl im täglichen Sprachgebrauch einen großen Teil zur Problematik des Vulva Shamings bei. Natürlich müssen wir keine künstlichen Kosenamen mit positiver Besetzung erfinden. Es würde bereits reichen, wenn wir unsere Vagina als Vagina, Scheide oder Vulva bezeichnen. Selbstbewusstsein und so – du verstehst schon.

Was hat der Camel Toe mit Vulva Shaming zu tun?

Ok, beinahe jede von uns hat (absichtlich oder nicht) schon einmal einen Camel Toe gehabt – oder zumindest live und in Natura gesehen. Für all diejenigen, denen der Begriff nichts sagt: Bei einem Camel Toe handelt es sich um einen Ausdruck, der dafür verwendet wird, wenn sich unter einen engen Hose, Strumpfhose oder Leggins die Schamlippen deutlich abzeichnen.

Aufgrund der Ähnlichkeit dieses vorgeblichen modischen Ausrutschers mit einem Kamelzeh, nennt man es einen Camel Toe. Allzu gerne stürzt sich die Boulevardpresse auf Fotos von Promis, die mit Camel Toe abgelichtet werden. Warum vorgeblicher Fauxpas? Ganz einfach, weil der Camel Toe beim Tragen enger Hosen deutlich normaler ist, als es uns die glitzernde Modewelt weismachen möchte.

Das fördert ein völlig verkehrtes Selbstbild, da sich abzeichnende Schamlippen als absolut abnormal dargestellt werden. Paradoxerweise gilt bei Unterwäschewerbung für Männer das Gegenteil. Hier sind es sogar häufig die Marketer selbst, die mit digitaler Bildbearbeitung nachhelfen, sodass sich die Männergenitalien noch stärker abzeichnen.

Ehrlicherweise könnte man an dieser Stelle ebenfalls anmerken, dass die Manipulation auch bei Männern den Eindruck erweckt, dass große Genitalien normal sind. Ganz gleich, ob Penis oder Vagina – es gibt keinen Grund, sich für Optik seiner Genitalien zu schämen. Und damit sollte sich eigentlich auch das Vulva Shaming bald erledigt haben, oder?

Period Shaming als Teil von Vulva Shaming

Beim Vulva Shaming hört es nicht bei der Optik von Schamlippen und Co. auf. Ein Teil des Vulva Shamings ist das sogenannte Period Shaming – also die Scham vor der eigenen Periode. Dabei ist die Menstruation mit Scham und Ekel verbunden. Das trifft nicht nur auf die Regelblutung an sich zu, sondern auch auf Tampons und andere Hilfsmittel, die damit verbunden sind.

Verrückt, oder? Immerhin handelt es sich um einen völlig normalen körperlichen Vorgang, der bei allen Frauen und Mädchen nahezu gleich ist. Und trotzdem fürchten sich viele Frauen davor, dass andere Menschen etwas von ihrer Menstruation mitbekommen könnten. Für manche ist es sogar kaum möglich, mit einer Packung Tampons den Weg vom Auto zur Haustür zurückzulegen. Es wird höchste Zeit, diesem Unsinn in Sachen Vulva Shaming ein Ende zu setzen.

„Ist meine Vulva normal?“

Die Frage „ist meine Vulva normal“ ist etwas, das viele Frauen und Mädchen beschäftigt, die unter Vulva Shaming leiden. Es ist bereits Usus, dass wir Frauen uns um optische Problemzonen wie Bauch, Beine und Po Gedanken machen und überlegen, was wir dagegen tun können. Mittlerweile dehnt sich dieses Mechanismus durch das Vulva Shaming auch auf die Vagina aus. Immer mehr Frauen orientieren sich an einem plakativen Schönheitsideal und beäugen ihre eigene Vagina daher häufig besonders kritisch.

Schließlich sieht das „Idealbild einer vorzeigbaren“ Vagina wie folgt aus: glattrasiert, pfirsichförmig, leicht rosig, versteckte innere Schamlippen und wohlriechend. Dieses Empfinden durch das Vulva Shaming hat bei vielen Frauen bereits Auswirkungen auf die alltägliche Sexualität. So gaben in einer Umfrage rund um das Thema Vulva Shaming etwa viele Frauen an, aus Scham auf Oralsex zu verzichten.

Plastische Eingriffe gegen Vulva Shaming?

Das ist aber noch lange nicht der Gipfel des Vulva-Shaming-Eisbergs. Tatsächlich boomt das Geschäft mit plastischen Schönheitsoperationen an der Vulva. Schon im Jahr 2010 lag die Intimchirurgie laut Angaben der „Gesellschaft für ästhetische Chirurgie Deutschland“ auf Platz 7 der häufigsten Eingriffe bei Frauen. Ganz gleich, ob das Aufpolstern des Venushügels, Verkleinerung der inneren Schamlippen, Fettabsaugungen oder die Reduzierung der Klitorishaut.

Die Möglichkeiten sind auch hier nahezu unbegrenzt. Und nur in den wenigsten Fällen haben die Eingriffe etwas mit Beschwerden beim Geschlechtsverkehr oder Radfahren zu tun. In den meisten Fällen stecken schlicht Vulva Shaming und optische Selbstoptimierung dahinter. Eigentlich ein unhaltbarer Zustand. Es ist definitiv an der Zeit, dass wir Frauen unsere Vulva positiver wahrnehmen und das Vulva Shaming an den Nagel hängen.

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