Frauen und Anabolika – ein Tabuthema?

Seit es den Sport und insbesondere den Kraftsport gibt, versuchen Menschen ihre Leistungsfähigkeit durch die Einnahme leistungssteigernder Substanzen künstlich zu erhöhen, um schneller an ihr Ziel zu kommen. Gerade im Bodybuilding sind es aber nicht mehr nur die Stars unter den Hardcore-Bodybuildern, die auf Anabolika zurückgreifen. Auch immer mehr Freizeitsportler schwören auf die Abkürzung aus der Spritze. Viele denken noch immer, das sei ein rein männliches Phänomen, das unter anderem auf Statusgehabe beruht.

Schätzungen der Universitätsklinik Lübeck, nach der rund 22 Prozent aller männlichen Kraftsportler Dopingmittel nutzen, scheinen diese Theorie zu stützen. Wie in so vielen Lebensbereichen haben die Frauen auch in dieser Statistik mächtig aufgeholt. Demnach sollen es bereits 8 Prozent sein, die ebenfalls zu Anabolika oder ähnlichen Mitteln für den Muskelauf- und Fettabbau zurückgreifen. Was aber bringt Frauen dazu, sich einem solchen Risiko auszusetzen? Und welche Risiken bestehen überhaupt speziell für Frauen? Wir klären auf!

Was sind überhaupt Anabolika?

Unter Anabolika bzw. anabolen Steroiden versteht man im eigentlichen Sinne Substanzen, die aufbauend wirken, bzw. den Gewebeaufbau im Organismus stimulieren. Dabei handelt es sich in der Regel um synthetisch produzierte Stoffe, die hinsichtlich ihrer Molekularstruktur dem männlichen Sexualhormon Testosteron ähneln. Auch wenn der Begriff durch den Missbrauch in der Sportlerszene heute sehr negativ belegt ist, wurden Anabolika ursprünglich für die Verwendung im medizinischen Bereich entwickelt.

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Nachdem es dem Schweizer Mediziner Ernst Latour im Jahr 1935 erstmals gelang, Testosteron aus einem Stierhoden zu isolieren, entwickelte man daraus zahlreiche Präparate. Diese wurden beispielsweise eingesetzt, um geschwächte Soldaten zu behandeln oder die Regeneration von Menschen mit auszehrenden Krankheiten zu verbessern. Es dauerte also nicht lange, bis diese Stoffe auch dazu verwendet wurden, die Leistungsfähigkeit gesunder Menschen durch die erhöhte Testosteronzufuhr zu verbessern.

Warum greifen Frauen zu anabolen Steroiden?

Diese Frage scheint berechtigt, schließlich handelt es sich bei Testosteron um das männliche Sexualhormon. Warum also sollten synthetisches Testosteron und dessen Derivate bei Frauen Sinn machen? Die Ursache ist naheliegend, denn ebenso, wie im männlichen Körper eine gewisse Menge an Östrogen gebildet wird, synthetisiert der weibliche Körper auch Testosteron. Während die bei Männern täglich in den Hoden und der Nebennierenrinde produzierte Menge rund 5-10 mg beträgt, produziert der weibliche Körper maximal 1 mg pro Tag.

Da das Hormon maßgeblich für den Muskelaufbau ist, liegt hier des Rätsels Lösung, warum sich Frauen naturgemäß beim Muskelaufbau etwas schwerer tun. Das Verhältnis des hohen Östrogenspiegels im Vergleich zum niedrigen Testosteronspiegel ist unter anderem dafür verantwortlich, dass Frauen tendenziell einen höheren Körperfettanteil haben. Damit liegt zumindest ein biochemischer Grund für den Griff zu Anabolika aller Art auf der Hand.

1. Im Vergleich zu Männern haben Frauen, die Anabolika konsumieren nämlich ein verhältnismäßig größeres Potential für das Muskelwachstum. Schließlich wird der natürliche Testosterongehalt gleich um ein Vielfaches erhöht. Angesichts dieser Tatsache ist die Versuchung für Frauen, die einen muskulösen Körper haben möchten, groß. Prinzipiell unterscheiden sich die psychologischen Mechanismen aber nicht von denen, die im Kopf von Männern vorgehen. Auch hier ist ein perfekter Körper das Ziel.

2. Mit perfekt ist aber nicht nur der Aufbau von Muskulatur, sondern auch die Senkung des Körperfettanteils gemeint. Ab einem gewissen Level wird es für gesunde Frauen extrem schwierig, da das Östrogen einen Strich durch die Rechnung macht. Mit Hilfe von Anabolika lässt sich also auch eine noch bessere Definition erreichen.

3. Auch die soziale Komponente darf in diesem Kontext nicht vergessen werden. Gerade in der Bodybuilding-Szene haben es Frauen schwer und werden oft belächelt. Von vielen Athletinnen, die Anabolika nehmen oder genommen haben, hört man daher oft, dass sie unter den Männern akzeptiert werden und dazugehören wollten.

4. Eine verschobene Eigen- und Fremdwahrnehmung spielt ebenfalls eine Rolle. Vor allem in Zeiten von Instagram vergleichen sich Frauen noch intensiver mit anderen Frauen. Viele neigen dabei dazu, den eigenen Körper als nicht gut genug wahrzunehmen. Kommentare anderer User verstärken dieses Empfinden noch. Ein einfaches »hast du zugenommen« oder »du siehst aber dünn aus« ist oft bereits der Auslöser für den Griff zu Pillen und Spritzen. Gerade wer als Fitness-Model oder Wettkampfathletin unter zusätzlichem Druck steht, ist in dieser Hinsicht besonders anfällig.

Ist das Thema in der Fitness-Szene ein Tabu?

Natürlich ist es bei so mancher Athletin sehr offensichtlich, dass die antrainierte Statur nicht ganz auf natürliche Weise zustande gekommen ist. Das ist bei weiblichen Athleten nicht wirklich anders als bei den Männern – nur redet niemand darüber. Frauen, die Anabolika nehmen, sind tatsächlich so etwas wie ein Tabu in der Szene. Das liegt natürlich einerseits daran, dass niemand gerne damit hausieren geht, sich jenseits der Legalität zu bewegen.

Andererseits möchte natürlich auch niemand zugeben, dass die aufgebaute Muskulatur und der niedrige Körperfettgehalt nur mit Hilfe von Anabolika erreicht wurden. Wer bereits die professionelle Ebene erreicht hat, ist darüber hinaus oft an Model- oder Athletenverträge gebunden. Diese machen das Coming-Out bis zum Ende der Karriere meist unmöglich. Auch nach dem Karriereende geben nur wenige Athletinnen den Anabolika-Missbrauch zu, um in der Szene nicht als Nestbeschmutzer zu gelten.

Körperliche Folgen des Anabolikamissbrauchs

Die Liste der körperlichen Nebenwirkungen ist lang. Kein Wunder, denn der Eingriff in den Hormonhaushalt wirbelt so manchen Stoffwechselprozess völlig durcheinander. Bevor wir uns den Auswirkungen zuwenden, die der Anabolika-Missbrauch speziell auf Frauen hat, kümmern wir uns zunächst um die allgemeinen Schäden, die künstliche Hormone und Co anrichten. Die folgende Darstellung enthält allerdings nur einen kleinen Ausschnitt und ist natürlich nicht vollständig:

  • Zunehmend unreine Haut
  • Ausbildung von Akne inklusive Aknenarben
  • Unnatürliche Hypertrophie des Herzmuskels
  • Beeinträchtigung der Blutgerinnung
  • Verengung der Adern durch Ablagerungen an den Gefäßwänden
  • Gefahr von Herzrhythmusstörungen
  • Mögliche Bildung von Lebertumoren bei oraler Einnahme
  • Nachhaltige Störung des Fettstoffwechsels
  • Erleiden eines Nabelbruchs
  • Zunehmende Wahrscheinlichkeit für Thrombosen
  • Unnatürlicher Haarausfall
  • Einlagerung von Wasser im Gewebe
  • Veränderte Schilddrüsenfunktion
  • Wachstum von Wangenknochen, Nasen- und Ohrknorpel

 

Welche Auswirkungen haben Anabolika auf den Körper einer Frau?

Da es sich bei Testosteron um ein männliches Hormon handelt, hat die übermäßige Zufuhr für den Organismus von Frauen natürlich enorme Folgen. Mit der Zeit kommt es nämlich zur Vermännlichung, der sogenannten Androgenisierung. Während es in den Anfangsstadien bei verstärktem Haarausfall, verstärkter Körper- und Gesichtsbehaarung sowie Akne bleibt, werden die Symptome im Rahmen der Virilisierung stärker.

Als Virilisierung bezeichnet man die Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale durch hormonelle Einflüsse. Dazu zählen etwa der starke Zuwachs an Muskelmasse, das Tieferwerden der Stimme und die starke Vergrößerung der Klitoris. Parallel zur Virilisierung kommt es zur sogenannten Defeminisierung, also der Zurückbildung weiblicher Geschlechtsmerkmale. Das betrifft sowohl die Rückbildung der Brüste und der Gebärmutter als auch das Ausbleiben der Menstruation.

Auch die Psyche verändert sich massiv

Natürlich bleibt auch die Psyche von der zusätzlichen Hormondosis nicht unangetastet. Was bei männlichen Bodybuildern auch als »Roid-Rage« bekannt ist, betrifft natürlich auch Frauen. Das ehemalige Schweizer Fitness-Model Anja Zeidler vergleicht die extremen Stimmungsschwankungen mit dem ganz speziellen Wesen von Schwangeren. Sie selbst berichtet nicht nur von zunehmenden Aggressionen, sondern auch von starken Wesensveränderungen. Am Ende hatte sie sich so verändert, dass ihre beste Freundin sie nicht wiedererkannte.

Die bekanntesten „Opfer“ von Anabolika

Die Gründe für das Dopen mit Anabolika sind ebenso vielfältig wie Auswirkungen. Wie die folgenden beiden Beispiele belegen, sind die Schäden, die Anabolika anrichten, oft nicht mehr rückgängig zu machen. Die heute 28-jährige Candice Armstrong hat jahrelang Dopingmittel konsumiert, um ihre Bodybuilding-Karriere voranzutreiben. Allerdings zahlt die junge Frau einen hohen Preis. Breite Wangenknochen und ein massiver Kiefer haben sie fast zu einem Mann gemacht. Wie sie in einem Interview mit der Londoner Zeitung »DailyMail« verriet, ist sie auf der Straße täglich Beleidigungen wie »Transe« oder »Schwuchtel« ausgesetzt. Damit aber noch nicht genug, denn zu allem Überfluss wuchs ihr durch den Hormoneinfluss sogar ein kleiner Penis.

Tatsächlich zum Mann geworden ist die ehemalige Kugelstoßerin Heidi Krieger. Sie allerdings hat Steroide und Anabolika nicht freiwillig eingenommen, sondern wurde durch das staatliche Dopingsystem der DDR dazu gezwungen. Bereits in ihrer Teenagerzeit entwickelte sie sich daher unbewusst zum Mann. Was folgte, war unter anderem eine schwere psychologische Krise aufgrund von Problemen mit der Geschlechtsidentität. Seit einer geschlechtsangleichenden Operation im Jahr 1997 lebt Heidi Krieger als Mann unter dem Namen Andreas.

So kommst du von Anabolika los

Die vorangegangenen Schilderungen sollten eigentlich Anlass genug sein, dass du gar nicht erst mit dem Dopen anfängst. Kein kurzfristiger Ruhm der Welt ist es wert, dass du deinen Körper zugrunde richtest und ihm womöglich irreversible Schäden zufügst. Eine ausgewogene Ernährung, eine gute Regeneration, hartes Training und die Unterstützung erfahrener Trainer führt langfristig zu einem besseren und gesünderen Ergebnis.

Wer allerdings schon im Sumpf steckt, hat einen harten Weg vor sich. Während die körperlichen Folgen noch vergleichsweise leicht abzufangen sind, macht die Psyche oft größere Probleme. Wer aufhört, fängt oftmals bereits kurz darauf wieder an. Ursächlich ist der tatsächliche oder wahrgenommene Verlust von Muskulatur oder das Gefühl, dick zu werden. Am besten gelingt der Absprung daher, wenn betroffene Frauen kein Geheimnis aus ihrem Problem machen und stattdessen neben der Familie und den engsten Freunden auch einen Arzt mit ins Vertrauen zu nehmen. Nur durch die emotionale Verpflichtung gegenüber nahen Angehörigen und Freunden gelingt der Absprung langfristig.

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