Gerade die Fitness-Studios sind bei vielen Athletinnen beliebte Sportstätten, da das heutige Angebot an Sport-und Trainingsveranstaltungen so ziemlich jeden Trainingswunsch erfüllen kann. Aber im Gegensatz zu den Männern haben die Hormone der Frau eine erhebliche Einwirkung auf die Trainingsleistung und die dazugehörige Motivation, da nun mal eine Menstruationsbeschwerde den Frauenkörper sehr stark beeinträchtigen kann. Nachfolgend wollen wir uns näher mit den verschiedenen Menstruationszyklen beschäftigen und darüber informieren, welchen Einfluss die unterschiedlichen Menstruationsphasen auf den sportlichen Ehrgeiz und die Trainingsleistung einer Frau haben können.

Die drei Menstruationsphasen

Ein Menstruationszyklus besteht aus drei Phasen und dauert in der Regel 28 Tage, wobei es aber Abweichungen gibt, die zwischen 23 und 35 Tagen liegen können.
1.Die Menstruationsphase:
Diese Phase dauert etwa 4 bis 6 Tage. In der Menstruationsphase löst sich das Endotmetrium (Schleimhaut der Gebärmutter), wobei die obere Schicht (Zona functionalis) ausgeschieden wird und die untere Schicht (Zona basalis) im Uterus verbleibt, damit wieder neues Gewebe gebildet werden kann.
2. Die Proliferationsphase:
Die Proliferations- oder Heilungsphase bezeichnet die Fruchtbarkeitstage im gesamten Menstruationszyklus. In dieser Phase wird verstärkt das Hormon FSH ausgeschüttet, das für die Reifung des Follikes im Eierstock verantwortlich ist. Das Follikel enthält die Eizelle und sorgt für den Östrogenhaushalt im Körper. Auch die Ausschüttung des Hormons LH wird durch die Östrogene hervorgerufen. LH ist der Auslöser für den Eisprung, der die Befruchtung einleitet.
3. Die Sekretionsphase:
Die Sekretionsphase wird auch als Luteal- oder Gelbkörperphase bezeichnet. Diese Phase wird dann ausgeführt, wenn es zu keiner Schangerschaft durch die Befruchtung der Eizelle gekommen ist. Die Gelbkörperphase dauert in der Regel etwa 13 Tage, danach setzt erneut die Blutung wieder ein.

Welche Beschwerden können während der Menstruation auftreten?

Um es vorwegzunehmen: Laut empirischen Studien konnte kein Zusammenhang von sportlichen Bestleistungen mit einem Menstruationszyklus festgestellt werden. Sicher haben die hormonellen Schwankungen Einwirkungen auf die mentale und physische Leistungsfähigkeit der Frau. Aber der geringe Blutverlust von etwa 30 bis 80 ml führt noch nicht zu Leistungsabfall oder körperliches Unbehagen. Oft wird ein Schwächegefühl während den Blutungen auch auf einen psychisch labilen Zustand begründet. Anders verhält es sich bei den sogenannten Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhoe), die besonders krampfartige Bauchschmerzen hervorrufen können. Diese entstehen durch die Bildung des Hormons Prostaglandin , was für die Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur sorgt, damit die Schlaumheit abgestoßen werden kann. Die Durchblutungsstörungen verhindern den Abbau von Laktat(Milchsäure), was dann zu Muskelkrämpfen führt. Die bekannten Kopfschmerzen und Migräneanfälle in der Menstruationsphase können durch einen Östrogenmangel hervorgerufen werden, da diese Hormone durch das Absterben des Gelbkörpers vor der Periode zurückgehen und somit Blutgefäßverengungen entstehen können.

Warum jetzt Sport?

Das bei diesen vielen Beschwerden oft die Motivation für den Sport verloren geht, ist sicher menschlich und verständlich. Aber gerade die Sportmedizin besteht bei körperlichen Unwohlsein auf sportliche Aktivitäten, da diese auf Psyche und Physis sich nachweisbar positiv auswirken können. Bewegung und Sport kann zum Beispiel die Blutgefäßverengungen und den Endorphinmangel im Körper beeinflussen. Sobald die Durchblutung wieder angeregt wird, lösen sich die Krampfbeschwerden und man fühlt sich sofort besser. Was die Leistungsfähigkeit angeht, so gibt es hierzu unterschiedliche Bewertungen. Bei 30 Prozent der Frauen wurde eine Leistungsminderung während der Periode festgestellt, während bei anderen Athletinnen gerade das Gegenteil erzielt wurde. Besonders in Schnellkraftdisziplinen wurden Leistungssteigerungen festgestellt, während in Ausdauersportarten eher ein Leistungsabfall nachgewiesen wurde. Dieses Resultat kann zum Beispiel auf eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit oder auf Eisenmangel zurückgeführt werden. Der Eisenmangel kann je nach Blutung bei 10 bis 30 mg liegen, was der doppelten Menge eines Tagesbedarfs entspricht. Die daraus resultierende Sauerstoffversorgung kann zu einer Übersäuerung der Muskulatur führen, was den berühmten Muskelkater hervorruft.

Die beste Leistungsfähigkeit direkt nach der Menstruation

Das Ansteigen des Östrogenspiegels wirkt sich besonders physisch und psychisch positiv aus, da die Ausschüttung der Hormone Noradrenalin und Dopamin aus dem Nebennierenmarkt die Bildung von antriebshemmenden Hormone unterdrücken kann. Auch wurde empirisch nachgewiesen, dass ein Muskelaufbautraining direkt nach der Menstruation besonders große anabole Effekte erzielen kann. Es wurde belegt, dass sich sowohl die Kraftleistungen wie auch der Muskelaufbau in der Zeit nach der Menstruation erheblich verbessert hatten. Dagegen konnte in der prämenstrualen Phase eine verminderte Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden. Kurz vor der Monatsblutung kommt es oft zu vermehrten Wassereinlagerungen, die dann Unwohlsein, Völlegefühl, Abgeschlagenheit und ein körperliches Schwächeempfinden hervorrufen können. Die schon erwähnte stimmungsaufhellende Wirkung der Östrogene entfällt, da diese Hormone automatisch durch das Absterben der Eizelle erheblich zurückgehen. Ferner werden durch die geringere Ausschüttung der FSH- und LH-Hormone die wasseraustreibenden und schlaffördernden Wirkungen im Körper beeinträchtigt.

Fazit

Als Frau und Athletin hat man immer das Problem, wie stark eine Periode den Körper und die Psyche belasten können. Sicher nehmen physisch vorhandene Schmerzen die Motivation für ein bevorstehendes Training. Aber es gibt auch Menschen, denen diese Schmerzen nichts ausmachen und gerade deshalb trainieren. Wer psychisch stark ist, kann auch in einer Menstruationsphase seinen sportlichen Aktivitäten nachgehen. Wichtig ist aber, dass das Trainingsprogramm an den aktuellen körperlichen Zustand angepasst wird und nicht zusätzlich noch der Körper mit einem zu anstrengenden Training belastet wird. Wer als Frau sportliche Höchstleistungen erzielen will, sollte seine intensiven sportlichen Aktivitäten und sein Wettkamptraining eher auf die Zeit direkt nach der Menstruation legen.

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