{"id":6466,"date":"2017-03-05T16:43:26","date_gmt":"2017-03-05T16:43:26","guid":{"rendered":"https:\/\/fitnfemale.de\/4-missverstandene-ernahrungsbegriffe-und-was-sie-wirklich-bedeuten-2\/"},"modified":"2017-10-15T18:58:35","modified_gmt":"2017-10-15T18:58:35","slug":"4-missverstandene-ernahrungsbegriffe-und-was-sie-wirklich-bedeuten-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fitnfemale.com\/deu\/4-missverstandene-ernahrungsbegriffe-und-was-sie-wirklich-bedeuten-2\/","title":{"rendered":"4 missverstandene Ern\u00e4hrungsbegriffe und was sie wirklich bedeuten"},"content":{"rendered":"<p>In kaum einem anderem Bereich gibt es eine solche F\u00fclle von aus dem Boden sprie\u00dfenden Fachbegriffen und Anglizismen, die den Alltag derart bestimmen, wie im Rahmen des Fitness-Universums. Ganz gleich, ob in Foren, auf Youtube, in sozialen Netzwerken oder auch ganz profan im privaten Gespr\u00e4ch unter Freunden, Fachbegriffe wie Clean Eating oder Detox sind in aller Munde. Beinahe jeder klingt dabei wie ein Experte und wei\u00df ganz genau, welches wann, warum, in welcher Menge und wie am besten einzusetzen ist. Die extrem inflation\u00e4re Verbreitung derartiger Begriffe, die beinahe zu gefl\u00fcgelten W\u00f6rtern mutieren, lassen aber die berechtigte Frage zu, in wie weit es eigentlich mit dem Wissen \u00fcber diese Begrifflichkeiten bestellt ist, denn die meisten verwenden sie, ohne sich \u00fcberhaupt dar\u00fcber im Klaren zu sein, was eigentlich origin\u00e4r dahinter steht.<\/p>\n<h2>Schlagwort 1 &#8211; Clean Eating<\/h2>\n<p>Einer der am h\u00e4ufigsten genutzten Begriffe ist zweifelsohne das <strong>Clean Eating<\/strong>, das sowohl von Freizeitsportlern als auch von der Nahrungsmittelindustrie nur allzu gerne ins Feld gef\u00fchrt wird. Doch was bedeutet Clean Eating eigentlich? Mache einmal selbst den Test und frage in deinem Fitnessstudio f\u00fcnf verschiedene Menschen nach ihrer Meinung und du wirst feststellen, dass du f\u00fcnf sehr verschiedene Antworten erhalten wirst. Es ist also nicht verwunderlich, dass der Begriff in den vergangenen Jahren immer nebul\u00f6ser geworden ist und mehr Verwirrung als Nutzen stiftet. Genau genommen bedeutet Clean Eating, auf in Anf\u00fchrungszeichen vollwertige Nahrungsmittel zur\u00fcckzugreifen, die nicht in irgendeiner Weise verarbeitet worden sind. Es handelt sich dabei also um eine Verschiebung der Ern\u00e4hrungsfokus weg von der auf der Energiebilanz basierenden Herangehensweise hin zu einer prozessorientierten Herangehensweise, die hochwertigere Nahrung verspricht. Nun, im Hinblick auf den Verzicht auf Fertiggerichte und zus\u00e4tzlichen Zucker mag dieser Ansatz auch durchaus richtig sein. Jedoch ist es in der Praxis eher restriktiv und f\u00fcr die meisten Menschen in dieser Form gar nicht umsetzbar, da implizit jede Art der Verarbeitung ausgeschlossen wird und Lebensmittel per se mit dem Label gut oder b\u00f6se versehen werden, was reichlich monochrom erscheint. Nehmen wir einmal Milch als Beispiel, die mit Vitamin D und zus\u00e4tzlichem Kalzium angereichert ist. Nach menschlichem Ermessen handelt es sich dabei um ein gesundes Nahrungsmittel. Gem\u00e4\u00df dem rigorosen Ansatz des Clean Eatings w\u00e4re exakt dieses Produkt jedoch mit dem Label \u00bbb\u00f6se\u00ab gekennzeichnet, da es mit Zusatzstoffen versehen worden ist. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich beispielsweise bei ungezuckertem Obst aus Konserven, das f\u00fcr viel besch\u00e4ftigte Menschen ein wahrer Segen sein kann und dennoch als schlecht gelabelt wird. Wie du siehst funktioniert das Clean Eating im eigentlichen Sinne also f\u00fcr einige wenige Menschen, aber bei Weitem nicht f\u00fcr alle.<\/p>\n<h2>Schlagwort 2 &#8211; Detox<\/h2>\n<p>Ein weiteres Wort, das derzeit in jeder Fitness-Gazette zu finden ist, ist der Begriff <strong>Detox<\/strong>, der gemeinhin im Rahmen immer abenteuerlicher werdenden Kurzzeit-Entgiftungsdi\u00e4ten verwendet wird, die das Versprechen abgeben, den Organismus binnen weniger Tage von allen Giftstoffen zu befreien und damit zu einem erh\u00f6hten Wohlbefinden zu f\u00fchren. Lass uns einmal kurz dar\u00fcber nachdenken, welche Gifte die Menschen eigentlich unter Zuhilfenahme von Tee und Zitronenwasser aus ihrem K\u00f6rper heraussp\u00fclen m\u00f6chten. Die meisten Menschen, die einem solchen verwegenen Plan folgen, wissen nicht einmal, was sie eigentlich mit dem sogenannten Detox bezwecken wollen respektive \u00fcberhaupt bezwecken werden, denn f\u00fcr die Entgiftung sind in unserem K\u00f6rper Leber und Nieren verantwortlich. Diese Organe befreien unseren K\u00f6rper von ganz alleine von allen Giftstoffen und Stoffwechselendprodukten, die wir \u00fcber unsere Umwelt und unsere Nahrung in uns aufnehmen. Der menschliche Organismus ist also genau genommen eine sich selbst reinigende Maschine &#8211; was auch gut so ist. Warum der sogenannte Detox trotz dieses Faktums bei vielen Menschen sehr beliebt ist, liegt vermutlich am damit zusammenh\u00e4ngenden Gewichtsverlust, der aber nicht auf einen Verlust von Giftstoffen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, sondern auf die strikte Kalorienrestriktion. Ein Gewichtsverlust im Rahmen einer solchen Detox-Di\u00e4t ist also logisch, da neben Wasser und Tee in der Regel ausschlie\u00dflich ballaststoffreiches Obst und Gem\u00fcse zugef\u00fchrt werden, das \u00fcber eine sehr geringe Energiedichte verf\u00fcgt. Nach dem Detox kommt in den meisten F\u00e4llen aber die harte Landung, denn das verlorene Gewicht kommt beinahe genauso schnell zur\u00fcck.<\/p>\n<h2>Schlagwort 3 &#8211; Niedriger Glyk\u00e4mischer Index<\/h2>\n<p>Urspr\u00fcnglich wurde der <strong>glyk\u00e4mische Index<\/strong>, kurz GI, entwickelt, um Lebensmittel im Rahmen der Behandlung von Diabetes zu klassifizieren. Kohlenhydratreiche Lebensmittel wurden in diesem Zusammenhang auf einer Skala von 1-100 platziert, in Abh\u00e4ngigkeit davon, wie hoch ihr Einfluss auf den Insulinspiegel ist. Lebensmittel wie Kartoffeln und Wassermelonen haben somit beispielsweise einen deutlich h\u00f6heren glyk\u00e4mischen Index als Lebensmittel wie Haferflocken oder Linsen, die \u00fcber komplexere Kohlenhydrate verf\u00fcgen. Eine weit verbreitete Deutung, die diesbez\u00fcglich in der Fitnessindustrie vorherrscht, ist, dass Lebensmittel mit einem niedrigen GI prinzipiell besser w\u00e4ren als Lebensmittel mit hohem GI. Unz\u00e4hlige Online-Artikel und Fitness-B\u00fccher sch\u00fcren im Windschatten des glyk\u00e4mischen Index eine beinahe diabolische Angst vor dem Hormon Insulin, das f\u00fcr das optimale Funktionieren des Metabolismus jedoch unabl\u00e4ssig ist. Dies gilt insbesondere f\u00fcr den Muskelaufbau. Nat\u00fcrlich sollte der Insulinspiegel \u00fcber den Tag hinweg m\u00f6glichst stabil sein, so weit ist dies \u00fcberhaupt nicht infrage zu stellen, weshalb es auch Sinn macht, zumindest mit einem Auge auf den GI von bestimmten Lebensmitteln zu schauen. Der Grund, warum du deine Ern\u00e4hrung jedoch nicht unter den Scheffel des GI stellen solltest, besteht darin, dass der GI einzelner Lebensmittel immer auf Basis eines leeren Magens ermittelt wurde. Da du aber Lebensmittel in der Regel weder isoliert noch auf v\u00f6llig leeren Magen zu dir nimmst, sind die ermittelten Werte nicht mehr als potenzielle Tendenzen, die in der Praxis nicht erreicht werden. Anstatt also nur auf den glyk\u00e4mischen Index zu schielen, solltest du auf ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis aus kurzkettigen und langkettigen Kohlenhydraten achten. F\u00fcr Diabetiker sieht die Sache schon wieder anders aus, denn exakt f\u00fcr diese Menschen wurde der GI schlie\u00dflich auch ins Leben gerufen.<\/p>\n<h2>Schlagwort 4 &#8211; IIFYM<\/h2>\n<p>Hinter dieser viel beschworenen Abk\u00fcrzung verbirgt sich die kurze Aussage \u00bb<strong>if it fits your macros<\/strong>\u00ab, also im Prinzip \u00bbiss so viel du willst, solange du dich an deine Energiebilanz h\u00e4ltst.\u00ab Das klingt zu sch\u00f6n, um wahr zu sein. Und ja, viele missinterpretieren dieses System als Freibrief f\u00fcr V\u00f6llerei im Rahmen der Kalorienbilanz. Es ist also wahrlich nicht der Sinn der Sache, die eigene Makron\u00e4hrstoffversorgung mit Pizza und Lasagne sicherzustellen. Vielmehr ist die Intention hinter dem IIFYM-Prinzip, die N\u00e4hrstoffversorgung variable zu gestalten und nicht an t\u00e4glich festen Kohlenhydrat-, Eiwei\u00df- und Fettzahlen festzunageln. Dies Basis dieses Prinzips bildet dennoch trotzdem eine angestrebte Grundlage von rund zwei Gramm Protein pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht sowie gut einem Gramm Fett, sodass in dieser Hinsicht eine Orientierungsmarke besteht, die allerdings flexibel dem Tagesgeschehen angepasst werden kann. Der gro\u00dfe Vorteil ist dabei, dass es sowohl im Rahmen einer Di\u00e4t als auch im Zuge des Muskelaufbaus leichter f\u00e4llt, sich am sozial-kulinarischen Leben zu beteiligen, ohne gleich im Restaurant ausschlie\u00dflich auf Salat herumkauen oder g\u00e4nzlich auf eine Bestellung verzichten zu m\u00fcssen. Erinnere dich daran, die beste Di\u00e4t ist eine solche, die du m\u00f6glichst lange durchhalten kannst. Und genau in diese Kerbe schl\u00e4gt das IIFYM-Prinzip, das jedoch auch in all seiner Tiefe konsequent umgesetzt werden muss.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz gleich, ob in Foren, auf Youtube, in sozialen Netzwerken oder auch ganz profan im privaten Gespr\u00e4ch unter Freunden, Fachbegriffe wie Clean Eating oder Detox sind in aller Munde. 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