{"id":2028,"date":"2017-03-04T05:53:54","date_gmt":"2017-03-04T04:53:54","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.fitnfemale.de\/?p=2028"},"modified":"2017-11-01T21:18:46","modified_gmt":"2017-11-01T20:18:46","slug":"hormone-in-der-schwangerschaft-wer-fur-das-biochemische-chaos-in-deinem-koerper-verantwortlich-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fitnfemale.com\/deu\/hormone-in-der-schwangerschaft-wer-fur-das-biochemische-chaos-in-deinem-koerper-verantwortlich-ist\/","title":{"rendered":"Hormone in der Schwangerschaft &#8211; Wer f\u00fcr das biochemische Chaos in deinem K\u00f6rper verantwortlich ist"},"content":{"rendered":"<p>Kaum einer Erfahrung im menschlichen Leben wohnt eine derart breite Spanne des Begriffs &raquo;normal&laquo; inne wie der <strong>Schwangerschaft<\/strong> oder der <strong>Geburt<\/strong>. W&auml;hrend dieser neunmonatigen Phase herrscht ein k&ouml;rperlicher und psychologischer Ausnahmezustand, der deinem K&ouml;rper jede Form von Konstanz raubt. Die zahlreichen rapiden &Auml;nderungen f&uuml;hren beinahe zwangsl&auml;ufig zu der gebetsm&uuml;hlenartigen Frage: Ist das noch normal? Jede Frau ist anders, ebenso wie auch jede einzelne Schwangerschaft. Nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache ist es f&uuml;r jede Frau im Einzelfall nat&uuml;rlich schwer einzusch&auml;tzen, was als normal anzusehen ist. Und genau dieser Aspekt ist es, der vielen von uns so sehr zu schaffen macht, denn sowohl unser Fitnesszustand, unsere Stimmung und auch augenscheinliche k&ouml;rperliche Symptome &auml;ndern sich Tag f&uuml;r Tag. An dieser Stelle k&ouml;nnen wir dich beruhigen, denn all das ist v&ouml;llig normal und l&auml;sst sich wieder einmal auf die rege T&auml;tigkeit unserer Hormone zur&uuml;ckf&uuml;hren. Im folgenden Artikel m&ouml;chten wir dir dementsprechend die wichtigsten Hormone vorstellen, die f&uuml;r das Chaos in deinem K&ouml;rper verantwortlich sind.<\/p>\n<h2>Chaosstifter Nr. 1 &#8211; Humanes Choriongonadotropin<\/h2>\n<p> Der erste unserer inneren Chaosstifter ist das Humane Choriongonadotropin, kurz <strong>HCG<\/strong>, dessen Auswirkungen dir auch in der Realit&auml;t in der Regel zuerst begegnen. Dieses Hormon ist n&auml;mlich daf&uuml;r verantwortlich, dass sich der Teststreifen eines Schwangerschaftstests verf&auml;rbt oder ein spezifisches Muster ausbildet, das dir anzeigt, dass du schwanger bist. Das HCG sorgt in diesem Zusammenhang daf&uuml;r, dass dein Organismus zur vermehrten Produktion der Hormone &Ouml;strogen und Progesteron angeregt wird, die deine Schwangerschaft unterst&uuml;tzen. Dummerweise ist das HCG auch f&uuml;r einige eher unangenehme Nebeneffekte wie die typische Morgen&uuml;belkeit verantwortlich, wobei der Name noch gesch&ouml;nt ist, denn zugegebenerma&szlig;en w&auml;re es wunderbar, wenn sich die &Uuml;belkeit auch wirklich auf den Morgen beschr&auml;nken und nicht &uuml;ber den gesamten Tag erstrecken w&uuml;rde.<\/p>\n<h2>Chaosstifter Nr. 2 &#8211; Progesteron<\/h2>\n<p> Wie es der Name des Hormons bereits andeutet, handelt es sich beim <strong>Progesteron<\/strong> mehr oder minder um den Initialz&uuml;nder der Schwangerschaft, dessen Konzentration im Blut auch w&auml;hrend der Schwangerschaft immer m&ouml;glichst hoch sein sollte. Ein niedriger Progesteronspiegel kann hingegen das Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden, deutlich erh&ouml;hen, weshalb &Auml;rzte im Zuge der regelm&auml;&szlig;igen Untersuchungen besonders auf den Progesteronspiegel achten. Wichtig ist dies insbesondere aufgrund der Tatsache, dass das Progesteron ein Hormon ist, das sehr empfindlich auf Stress reagiert und dementsprechend schnell absinkt. Um das Absinken zu vermeiden, solltest du also in jedem Fall darauf achten, dass du regelm&auml;&szlig;ig und ausgewogen isst sowie dir dar&uuml;ber hinaus auch die dringend ben&ouml;tigten Ruhepausen nimmst. Du kannst aber dennoch ohne Probleme weiter trainieren, achte aber auf die Signale deines K&ouml;rpers. Nicht minder wichtig ist dar&uuml;ber hinaus, dass du versuchst, deinen Blutzuckerspiegel durch eine bewusste Ern&auml;hrung so stabil wie m&ouml;glich zu halten, da sich somit der Stresspegel weiterhin sehr effektiv minimieren l&auml;sst.<\/p>\n<h2>Chaosstifter Nr. 3 &#8211; Prolaktin<\/h2>\n<p> Das Prolaktin &uuml;bernimmt im Gesamtkontext der Schwangerschaft eine ganze Reihe von elementaren Aufgaben. Die mit Abstand wichtigste ist aber die Vorbereitung der Br&uuml;ste sowie des umgebenden Gewebes auf die Produktion von Muttermilch, um die evolution&auml;r angelegte F&uuml;tterung des Babys sicherzustellen. In der Regel wird das Prolaktin erst im Zuge des zweiten Schwangerschaftsdrittels so wirklich aktiv und nimmt in puncto Aktivit&auml;t bis zu Beginn des letzten Drittels noch einmal deutlich zu. Offensichtlichstes Merkmal ist die erste auslaufende Muttermilch, was typischerweise am Morgen nach dem Aufstehen ersichtlich wird. Ein hoher Prolaktin-Level ist also notwendig, damit du dein Baby effizient mit Muttermilch f&uuml;ttern kannst, kann im Gegenzug zur Entstehung von schlechter Laune f&uuml;hren. Urs&auml;chlich ist das Zusammenspiel des Prolaktins mit dem Gl&uuml;ckshormon Dopamin, dessen Aussch&uuml;ttung bedingt durch einen hohen Prolaktinspiegel reduziert wird. In Extremf&auml;llen kann es gar zu einem sogenannten dysphorischen Milchspendereflex kommen, der mit einer depressiven Stimmung verbunden ist, und oftmals so lange anh&auml;lt, wie du dein Baby stillst. Was kannst du also dagegen tun? Leider nicht viel, da es keine sinnvolle medikament&ouml;se Behandlung gibt. Eine Ausnahme bildet die verordnete Einnahme von Dopamin, was allerdings nicht zielf&uuml;hrend w&auml;re, da somit der wichtige Prolaktinspiegel absinken w&uuml;rde. Du kannst dich also nur damit tr&ouml;sten, dass es sich bei diesem Zustand nur um eine tempor&auml;re Entscheidung handelt, die bald wieder vor&uuml;ber ist. Lass dich also in dieser Zeit ein wenig von deinem Partner verw&ouml;hnen und du wirst sehen, wie schnell sich deine Laune wieder bessert. <\/p>\n<h2>Chaosstifter Nr. 4 &#8211; &Ouml;strogen<\/h2>\n<p> Unter all den Chaosstiftern, die sich im Rahmen deiner Schwangerschaft heimsuchen, ist das &Ouml;strogen wohl derjenige, der die vielseitigsten Effekte f&uuml;r dich bereith&auml;lt. Dazu z&auml;hlt unter anderem die gl&auml;nzende Haut sowie die Ver&auml;nderung der Haarstruktur. Dar&uuml;ber hinaus ist das &Ouml;strogen auch daf&uuml;r verantwortlich, dass unser K&ouml;rper die Form einer Sanduhr annimmt. Urs&auml;chlich ist ein Mechanismus, der daf&uuml;r sorgt, dass an den entsprechenden &Ouml;strogen-Rezeptoren eine Anlagerung von Depotfett an der H&uuml;fte, dem Po und den Oberschenkeln in Gang gesetzt wird. Je empfindlicher dein K&ouml;rper auf &Ouml;strogen reagiert, desto gr&ouml;&szlig;er ist auch der Einfluss des Hormons im Umkehrschluss auf deine K&ouml;rperkomposition. Nun wissen wir also auch, wer f&uuml;r dieses &Auml;rgernis verantwortlich ist. Nichtsdestotrotz &uuml;berwiegen im Rahmen der Schwangerschaft die positiven Eigenschaften des Hormons insbesondere f&uuml;r uns Sportlerinnen, da das &Ouml;strogen in entscheidendem Ma&szlig;e an den Schl&uuml;sselprozessen zum Muskelerhalt und Fettabbau beteiligt ist. Ein Abfall des &Ouml;strogenspiegels kennzeichnet sich im Zuge der Schwangerschaft indes durch charakteristische Symptome wie pl&ouml;tzlichen Haarausfall, vaginale Trockenheit sowie abrupte Hitzewallungen. Am h&auml;ufigsten tritt dieses Ph&auml;nomen in den ersten Wochen nach der Beendigung der Schwangerschaft auf, bis sich dein Hormonspiegel langsam wieder auf einem normalen Niveau einpendelt.<\/p>\n<h2>Chaosstifter Nr. 5 &#8211; Zytokine<\/h2>\n<p> Das biochemische Chaos in deinem K&ouml;rper erstreckt sich bei weitem nicht nur auf die Sexualhormone, sondern wirkt sich auch auf die sogenannten Zytokine aus, die zu den wichtigsten Hormonen des Immunsystems geh&ouml;ren. Dies ist auch dringend notwendig, denn genau genommen handelt es sich bei der Schwangerschaft und der damit verbundenen Entwicklung des jungen Lebens um die Versorgung eines kleinen Parasiten im Inneren des K&ouml;rpers. Diese zugegebenerma&szlig;en leicht ironische Formulierung trifft den Kern der Sache allerdings recht gut, denn damit dies realisiert werden kann, sind einige Anpassungen am Immunsystem notwendig. Um die Dinge nicht zu kompliziert zu gestalten, beschr&auml;nken wir uns an dieser Stelle einmal auf die TH1 und TH2 Zellen, die vermehrt produziert werden, und die werdende Mutter und das ungeborene Kind so gut wie m&ouml;glich zu sch&uuml;tzen. W&auml;hrend es sich bei den TH1-Zellen um die sogenannten Killerzellen handelt, die unerw&uuml;nschte Eindringlinge zur Strecke bringen, handelt es sich bei den TH2-Zellen um spezialisierte Zellen, die sich um die Produktion von Antik&ouml;rpern k&uuml;mmern. In der Folge der erh&ouml;hten Aktivit&auml;t des Immunsystems kann es in manchen F&auml;llen zu einer &uuml;berempfindlichen Reaktion deines Organismus gegen&uuml;ber bestimmten Nahrungsmitteln kommen, sodass es mitunter Sinn machen kann, bestimmte leicht allergen wirkende Nahrungsmittel zumindest zeitweise zu meiden. Sei besonders vorsichtig mit Samen sowie mit Nahrungsmitteln, die einen hohen Glutenanteil beinhalten.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p> Da du nun weisst, wer in deinem K&ouml;rper das gr&ouml;&szlig;te Chaos anrichtet, solltest du deiner Schwangerschaft ein wenig entspannter entgegensehen k&ouml;nnen. Sofern du auch noch einige der an dieser Stelle genannten Tipps beherzigst, ist es dir sogar m&ouml;glich, einige der negativen Folgen des biochemischen Chaos etwas abzumildern, was sowohl dir als auch deinen Mitmenschen zugutekommen wird.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum einer Erfahrung im menschlichen Leben wohnt eine derart breite Spanne des Begriffs \u00bbnormal\u00ab inne wie der Schwangerschaft oder der Geburt. W\u00e4hrend dieser neunmonatigen Phase herrscht ein k\u00f6rperlicher und psychologischer Ausnahmezustand, der deinem K\u00f6rper jede Form von Konstanz raubt. 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