5 Gründe, weshalb das Gewicht auf der Waage schwanken kann

Viele von uns kennen diese Situation. Jedes Mal, wenn wir auf die Waage steigen und unseren Blick nach unten auf das Display richten, trifft uns der Schlag und wir zerbrechen uns den Kopf darüber, warum dort plötzlich drei Kilogramm mehr auf der Anzeige prangen. Am Training kann es nicht liegen. An der Ernährung auch nicht, schließlich wird jede Kalorie akribisch aufgeschrieben wie der tägliche Kalorienverbrauch. Bevor du dich aber verrückt machst und an deinem Trainings- oder Ernährungskonzept zweifelst, wollen wir dir fünf Gründe dafür nennen, dass dein Gewicht auf der Waage schwankt.

Grund 1 – Ein Ungleichgewicht im Natrium/Wasser-Haushalt

Dein Salzkonsum hat einen erheblichen Einfluss auf den Wassergehalt deines Körpers. Das liegt in erster Linie daran, dass das darin enthaltene Natrium Wasser an sich bindet und in deine Zellen verfrachtet. Konsumierst du also mehr Salz als gewöhnlich, wird dein Körper vorübergehend mehr Wasser binden, um die normale Natriumkonzentration im Körper wiederherzustellen. Das kann laut einer im British Journal of Nutrition veröffentlichten Studie eine Gewichtszunahme von bis zu 1,5 Kilogramm zur Folge haben. Bevor du aber deinen Salzkonsum völlig zusammenstreichst, solltest du eines wissen: Natrium hat viele essentielle Aufgaben im Körper. Darunter etwa die Aufrechterhaltung des Blutvolumens, die Regulation von Nerven- und Hirnfunktionen sowie die Steuerung der Muskelkontraktion. Du solltest daher darauf achten, dass dein täglicher Natriumkonsum zwischen 1.500 und 2.300 Milligramm liegt. Wichtig ist dies vor allem aufgrund der Tatsache, dass du über den Schweiß beim Training enorme Mengen an Natrium verlierst. Wenn du beispielsweise während eines 60-minütigen Workouts im Sommer stark schwitzt, verlierst du neben einem Liter Wasser auch gut 1.000 Milligramm Natrium. Diesen Verlust musst Du in jedem Fall ausgleichen, um deinen Elektrolytgehalt im Blut wieder ins Gleichgewicht zu bekommen. Unter dem Strich kannst du derartige Schwankungen auf der Waage aber enttarnen, wenn sie nach dem Konsum sehr salziger Lebensmittel auftreten. Diese Schwankungen gleichen sich im Verlauf einiger Tage allerdings aus.

Grund 2 – Dein Darm ist noch prall gefüllt

Ein sehr profaner Grund, an den du vielleicht nicht unbedingt sofort denkst, ist ein noch immer prall mit den Nahrungsresten der letzten Zeit gefüllter Darm. Wenn du also in letzter Zeit eine sehr große Mahlzeit zu dir genommen oder in den vergangenen 24 Stunden keinen Stuhlgang hattest, dann kannst du dir ziemlich sicher sein, dass der Gewichtsanstieg auf einen vollen Darm zurückzuführen ist. Dementsprechend solltest du beim Wiegen immer gleiche Bedingungen schaffen, sodass die Ergebnisse auch wirklich vergleichbar sind. Sehr empfehlenswert ist das regelmäßige Wiegen nach der Morgentoilette im nüchternen Zustand. Wenn du des Öfteren Verdauungsprobleme hast, die einen unregelmäßigen Stuhlgang verursachen, kannst du dem mit einer ausreichenden Ballaststoffaufnahme entgegenwirken. Ideal sind 25-40 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Diese weichen den Stuhl auf und können darüber hinaus weitere Vorteile haben. Darunter etwa die Stabilisierung des Blutzuckerspiegels.

Grund 3 – Die Kohlenhydratspeicher sind voll

Wenn du mehr Kohlenhydrate gegessen hast als üblich respektive deutlich mehr Kohlenhydrate als an dem Tag, an dem du dich zuletzt gewogen hast, ist eine plötzliche Gewichtszunahme in der Regel auf diese zusätzlichen Kohlenhydrate zurückzuführen. Diese Extrakohlenhydrate werden in Form von Glykogen in der Leber und in der Muskulatur gespeichert. Je nachdem, wie muskulös du bist, werden alleine in der Skelettmuskulatur zwischen 400 und 600 Gramm Kohlenhydrate gelagert. Insbesondere im Fall des Muskelglykogens ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, zumal jedes Gramm Muskelglykogen 3-4 Gramm Wasser an sich bindet. Multiplizierst du nun die Kapazität deiner Muskelglykogenspeicher mit der Menge an Wasser, die das Glykogen an sich bindet, kommst du auf ein stolzes Gewicht von 1.600 bis 2.400 Gramm. Da der Ladezustand unserer Kohlenhydratspeicher ebenso schwankt, wie der Ladezustand unserer Smartphones, greift aus Gründen der Vergleichbarkeit des Ergebnisses auf der Anzeige wieder die Regel, dass du dich zu festen Zeitpunkten wiegst und nur diese Ergebnisse vergleichst.

Grund 4 – Deine Hormone ärgern dich

Deine Hormone können ebenfalls einen starken Einfluss auf die Entwicklung deines Gewichts haben. Dies betrifft beispielsweise das Cortisol. Ist dein Cortisolspiegel erhöht, führt dies unter anderem zu einer höheren Einlagerung von Natrium, was, wie wir eingangs erwähnt haben, wieder zu Wassereinlagerungen führt. Einen ähnlichen Effekt kann ein hoher Östrogenspiegel haben, denn auch dieses Hormon neigt dazu Wasser anzuziehen, wie das Licht die Motten. Das ist im Übrigen auch der Grund dafür, dass dein Gewicht während des Menstruationszyklus mitunter um bis zu 2,5 Kilogramm schwankt. Mach dich also nicht verrückt, denn spätestens, wenn du dein Gewicht über mehrere Monate hinweg zu den gleichen Tageszeiten überwachst, wirst du diese systematischen Schwankungen erkennen und deutlich gelassener damit umgehen.

Grund 5 – Dein Körper erholt sich von einem harten Workout

Wusstest du, dass ein sehr intensives Workout zu einer kurzzeitigen Gewichtszunahme führt? Klingt paradox oder? Ist es aber nicht, denn das harte Training verursacht kleine schmerzende Risse in den Muskelfasern, die dir sicherlich besser als Muskelkater bekannt sind. Diese Mikroverletzungen Entzündungen sich, was sowohl zu Schmerzen als auch zur Wassereinlagerung zwischen den einzelnen Muskelzellen führt. Diese Schwellungen lagern dementsprechend Wasser in der Muskulatur ein, bis der Muskelkater abgeklungen ist. Je nachdem, wie hart dein Training war, dauert dieser Zustand zwischen drei und vier Tagen an. Eine im Jahr 2003 im The Journal of Strength & Conditioning Research veröffentlichte Studie konnte bei sehr intensiven Workouts sogar eine Dauer von bis zu 10 Tagen nachweisen. Wenn du also einen starken Muskelkater hast, musst du beim Gang auf die Waage mit einem höheren Gewicht rechnen. Allerdings erledigt sich das Thema nach kurzer Zeit wieder von selbst.

Fazit

Auch wenn dich die Gewichtszunahme vielleicht fuchsig machen wird, so macht es im Gegenzug keinen Sinn, dass du künstliche Anstrengungen unternimmst, um diese Faktoren auszublenden. Solange du dich an deinen Training- und Ernährungsplan hältst, läuft in der Regel alles in seinen gewollten Bahnen. Nutze zusätzlich zur Überwachung deiner Fortschritte Kraft- und Leistungswerte, einen Hautfaltenkaliper zur Körperfettmessung oder schlicht deinen Spiegel, denn die Waage erzählt dir meist nur die halbe Wahrheit.

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